• 6. April 2017

    Das Team vom Portal spendencheck.com möchte laut eigener Aussage „Hilfsorganisationen und Spender einfach und direkt miteinander verbinden“, indem sie die Organisationen und ihre Projekte auf dem Portal vorstellen und die Möglichkeit bieten, direkt online auf ihrer Seite für die Projekte zu spenden.

    Was auf den ersten Blick nach einer tollen Option zur Unterstützung gemeinnütziger Organisationen aussehen mag, verliert seinen Glanz, wenn man mit den gelisteten Organisationen spricht und die AGBs des Betreibers der Seite Spendencheck24 gGmbH aufruft.

    Dort ist, wie auf einigen anderen Portalen, unter anderem die Rede davon, dass Spendencheck24 lediglich „anstrebt“, die gespendeten Gelder an das vom Unterstützer ausgewählte Projekt weiterzuleiten, dass aber keine Garantie der zweckgerechten Weiterleitung gegeben wird. Während z.B. Betterplace jedoch umfangreiche Prüfungen durchführt um die bestmögliche Mittelverwendung zu gewährleisten und eng mit den NGOs kooperiert, wurden die meisten NGOs ungefragt auf der Seite von Spendencheck24 platziert.

    Wie der Deutsche Fundraising Verband in Gesprächen mit Organisationen, die aktuell auf Spendencheck24 gelistet sind, herausgefunden hat, haben die meisten von ihnen gar keine Vereinbarungen mit dem Portal getroffen. Wurde auf eine kurze Ankündigungsmail seitens der Organisationen nicht reagiert, haben die Macher der Plattform die Projekte einfach ohne Freigabe mit aus dem Internet kopierten Texte und Logos online gestellt. Einige Organisationen planen daher rechtliche Schritte gegen das Portal einzuleiten.

    Zudem schlägt die Plattform vor, zu jeder Spende 15 Prozent der Spendensumme als so genannte „Transaktionsspende“ zusätzlich zu tätigen. Diese Transaktionsspende verbleibt bei Spendencheck24, mit dem Verweis, dass diese dem Betrieb der Website dient. Welchen gemeinnützigen Zweck der Betrieb der Website verfolgen könnte, konnte der Betreiber dem Verband noch nicht zufriedenstellend darlegen.

    Im Gespräch mit Spendencheck24 hat der DFRV außerdem darauf hingewiesen, dass die AGBs dringend geändert werden sollten, da sie aktuell vom Gemeinnützigkeitsrecht her kritisch zu betrachten und fehlerhaft sind, obwohl Spendencheck24 als gemeinnützige GmbH in das Handelsregister eingetragen ist. Außerdem muss dringend die Kommunikation mit den Organisationen rechtskonform erfolgen sowie bzgl. der Kosten größere Transparenz geschaffen werden. Eine Plattform kann nicht explizit DZI-Siegelträger, ITZ-Unterzeichner und Phineo-Wirkt-Siegel-NGOs auflisten und dabei betonen, wie wichtig deren Einsatz für Transparenz ist, und dabei selbst intransparent sein. Das schadet den Bestrebungen der Organisationen und des Deutschen Fundraising Verbandes um ethisches korrektes Fundraising, das Vertrauen der SpendeInnen und insgesamt der Kultur des Gebens.

    Solange dies nicht der Fall ist, sieht der Deutsche Fundraising Verband das Geschäftsgebaren von Spendencheck24 sehr kritisch und rät Spenderinnen und Spendern insbesondere, die so genannte „Transaktionsspende“ zu unterlassen. Dies ist am Ende des Spendenvorgangs über einen separaten Klick möglich.