• 14. März 2019

    Fundraiserinnen – mehr als „fleißige Bienchen“ mit kleinen Gehältern, Positionen und Renten!
    (von Susanne Wohmann, stellvertretende Vorsitzende)

    Wir waren gut ausgebildet, studiert die meisten, wir waren voll berufstätig (natürlich!), wir waren erfolgreich im Job – und wir hatten es satt! Immer wieder erlebten wir, dass unsere Gehaltsforderungen ins Leere liefen, dass männliche Kollegen an uns vorbeizogen, dass uns die Führungsetagen vorenthalten wurden. Also fanden sich 2007 insgesamt acht gestandene Fundraiserinnen, um die neue Fachgruppe Frauen im Deutschen Fundraising Verband zu gründen.

    Übrigens rund zehn Jahre nachdem sich auf einer Tagung in Frankfurt am Main, an der rund 50 Frauen teilnahmen, das erste Frauen-Netzwerk im DFRV konstituiert hatte und aus dem der Frauentag, organisiert von Marita Haibach, hervorgegangen war. Dieser Frauentag sollte, nachdem Marita Haibach aus der Organisationsarbeit ausgestiegen war, nun jedoch nicht mehr stattfinden. Ein weiterer Grund mit neuen Frauen, neuem Konzept und neuem Schwung die Frauenarbeit wieder aufzunehmen. Aber wir planten keine normale Fachgruppe, die sich auf einen bestimmten Fundraising-Kanal oder -Bereich konzentrierte, unsere Ziele waren Equal Pay, gleiche Karrierechancen, Powernetzwerke und Nachwuchsförderung.

    Wir starteten eine Umfrage unter Fundraising-Kolleginnen, schrieben ein Konzept und legten los, nachdem der Antrag zur Fachgruppengründung nicht ohne Diskussion aber mit Argumenten und Nachdruck unsererseits vom Vorstand genehmigt wurde. Aus dieser Fachgruppe entstanden das jährliche „Frauen Fundraising Forum“, dem viele neue weibliche NGO-Führungskräfte entsprangen, das erste professionelle und erfolgreiche Mentoring-Programm des Verbandes, dass jetzt als Blaupause für den Gesamtverband dienen wird, sowie das Netzwerk-Format „Frauen auf Touren“.

    Zurzeit aber liegt die Frauenarbeit im Verband leider erneut brach. Der gesamte Vorstand des DFRV bedauert diese Entwicklung ausdrücklich. Denn immer noch verdienen Frauen auch bei NGOs rd. 20% weniger als ihre männlichen Kollegen, trotz gleicher Qualifikation. Und immer noch lenken zu wenig Frauen in Führungsposition die Geschicke ihrer Organisation. Als Mitgründerin und prägendes Mitglied der Fachgruppe Frauen würde ich mich auch persönlich sehr freuen, wenn sich Nachwuchs-Fundraiserinnen, arrivierte Kolleginnen im Management und vielleicht ein paar „alten Häsinnen“ fänden, die die Fachgruppe Frauen oder eine ähnliche tragfähige Struktur mit Herz und Verstand wiederbeleben.

    Wir haben einiges erreicht. Doch neue Generationen von Fundraiserinnen führen die immer wieder gleichen Kämpfe. Frauen im Fundraising sind mehr als die fleißigen Bienchen, die den Organisationen das große Geld ranschaffen, aber selbst mit kleinen Gehältern, Positionen und Renten abgefunden werden. Wir sind gut ausgebildet, wir hängen uns rein, wir sind erfolgreich: Wir wollen die Hälfte!

    Gerne stehen Larissa Probst und ich als Ansprechpartnerinnen für Fachgruppen-Interessierte zur Verfügung: Susanne Wohmann, wohmann@dfrv.de, Larissa Probst, probst@dfrv.de