• 17. April 2026

    Rekordsummen für gemeinnützige Organisationen

    Spendenmonitor belegt: Immer mehr Deutsche wollen mit ihrem Nachlass die Welt verbessern

    Berlin, 17. April 2026 – Die Zahlen sind eindeutig: Das gemeinnützige Vererben ist kein Nischenphänomen mehr. Fast jeder vierte Deutsche ab 50 kann sich heute vorstellen, eine gemeinnützige Organisation im Testament zu bedenken – bei Kinderlosen ist es sogar mehr als jeder Dritte. Das Ergebnis: Allein die 26 Mitgliedsorganisationen der Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum” verzeichneten im vergangenen Jahr einen historischen Rekord von 148 Millionen Euro aus Nachlässen – und innerhalb von vier Jahren insgesamt mehr als 570 Millionen Euro.

    Der Deutsche Fundraising Verband und die Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ veröffentlichen die neuesten Daten des Spendenmonitors, der vom Marktforschungsinstitut Bonsai durchgeführt wird. Diese repräsentativen Daten zeichnen ein bemerkenswertes Bild des Wandels in der deutschen Gesellschaft.

    Warum Menschen ihr Erbe teilen

    Was treibt Menschen dazu, gemeinnützige Organisationen testamentarisch zu bedenken? Die Antwort ist überraschend wenig materiell. Mehr als 34 Prozent der Befragten geben als wichtigsten Grund an, dass sie das, was ihnen im Leben wichtig war, über den Tod hinaus weitergeben möchten. Fast 29 Prozent möchten verhindern, dass ihr Geld an den Staat fließt. Weitere zentrale Motive: Bleibendes schaffen, nachhaltig wirken, Spuren hinterlassen.

    „Die Frage ‚Was bleibt, wenn ich nicht mehr da bin?’ bewegt die Menschen heute stärker denn je”, sagt Susanne Anger, Sprecherin der Initiative. „Viele suchen aktiv nach Wegen, ihre Werte an die nächste Generation weiterzugeben – und finden im gemeinnützigen Vererben eine sinnstiftende Antwort.”

    Tierschutz und Klimaschutz dominieren

    Besonders aufschlussreich: Wohin das Geld fließen soll. Tierschutz führt die Rangliste der bevorzugten Zwecke mit deutlichem Zuwachs an (von 39,7 auf 43,1 Prozent), gefolgt von Umwelt- und Naturschutz (von 27 auf 31,8 Prozent) sowie Kinder-und Jugendhilfe (von 24 auf 28,3 Prozent). „Das ist ein klares gesellschaftliches Signal”, kommentiert Larissa Probst, Geschäftsführerin des Deutschen Fundraising Verbandes. „Den Menschen liegt der Erhalt unseres Planeten und die Zukunft kommender Generationen am Herzen – und sie handeln entsprechend.”

    Ost und West wachsen zusammen / Große Unterschiede zwischen Protestanten und Katholiken

    Ein weiterer bemerkenswerter Trend: Die historische Kluft zwischen alten und neuen Bundesländern schließt sich schneller als erwartet. Der Unterschied bei der Bereitschaft, gemeinnützig zu vererben, beträgt nur noch 2,7 Prozentpunkte. In Ballungsräumen ist die Offenheit insgesamt am größten – ein Hinweis darauf, dass urbane Lebensstile und zivilgesellschaftliches Engagement sich gegenseitig begünstigen. Interessant ist auch, dass die Bereitschaft bei evangelisch geprägten Menschen mit 22,4, Prozent um 7,7 Prozentpunkte höher liegt als bei Katholiken mit 17 Prozent.

    Ein wachsendes Potenzial für das Gemeinwohl
    Die Daten des Spendenmonitors belegen: Das gemeinnützige Testament entwickelt sich zu einem bedeutenden Instrument der Zivilgesellschaft. Wer keine direkten Erben hat oder über sein gesetzliches Erbe hinauswirken möchte, findet im Testament für den guten Zweck eine wirkungsvolle Option – für sich selbst und für kommende Generationen.

    Ergebnisse des Spendenmonitors, Grafiken und Hintergrundmaterialien zum Download:
    www.mein-erbe-tut-gutes.de/fuer-die-presse

    Medienkontakt

    Initiative Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum.
    Susanne Anger | Telefon: 0160 78 80 805 | E-Mail: presse@mein-erbe-tut-gutes.de
    Initiative „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum” | Oranienstraße 185 | 10999 Berlin

    Über die Initiative
    „Mein Erbe tut Gutes. Das Prinzip Apfelbaum“ ist ein Zusammenschluss von 26 namhaften gemeinnützigen Organisationen und Stiftungen. Gemeinsames Ziel ist es, das Erbe für den guten Zweck stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken,
    potenzielle Erblasserinnen und Erblasser zu informieren und bei der Gestaltung eines rechtsgültigen Testaments zu unterstützen. Dazu bietet die Initiative umfangreichen kostenlosen Service wie z.B. Ratgeberbroschüren, Vorträge und praktische Online-Tools wie Tutorials, Erbe-Rechner oder den Testaments-Assistenten für alle Interessierten.

    Weitere Informationen, Bildmaterial und Themenvorschläge unter www.mein-erbe-tut-gutes.de

    Deutscher Fundraising Verband e.V. und Deutscher Spendenmonitor
    Larissa M. Probst | Telefon: 0171-7111966 | probst@dfrv.de
    Deutscher Fundraising Verband e.V. | Brüderstr. 13 | 10178 Berlin

    Pressecharts Deutscher Spendenmonitor

    Hintergrund

    Über den Deutschen Spendenmonitor

    Der Deutsche Spendenmonitor liefert jährlich verlässliche und vergleichbare Aussagen über den Spendenmarkt (Spenderquote, Spendenhöhe, Spendenzwecke, Einstellung zum Spenden) und ermittelt die Bekanntheit teilnehmender Organisationen und ihr Image. 2025 wurden 5.538 Menschen in Deutschland im Alter zwischen 16 und 70 Jahren online befragt. Die Studie wird vom Marktforschungsinstitut Bonsai GmbH durchgeführt, welches u.a. auch die Otto-Trendstudie 2023 – Ethischer Konsum sowie die Social Media Studie “Werteindex” verantwortet.

    Weitere Informationen zum Spendenmonitor.

    Über den Deutschen Fundraising Verband

    Der Deutsche Fundraising Verband e.V. stärkt die Kultur des Gebens und vertritt die Interessen der einzelnen Fundraiser*innen, der im Dritten Sektor tätigen gemeinnützigen Organisationen und der sie unterstützenden Dienstleister*innen in Deutschland. Er fördert die Professionalisierung des Berufszweigs sowie die Umsetzung von Transparenz und ethischer Prinzipien in der Branche. Ihm gehören rund 2.000 Mitglieder an.
    Der DFRV europaweit der zweitgrößte Bundesverband seiner Art. Seit seiner Gründung 1993 fördert der Deutsche Fundraising Verband e.V. den regionalen, nationalen und internationalen Informations- und Erfahrungsaustausch im Fundraising, engagiert sich für Forschung und die Relevanz des Fundraisings in Politik und Öffentlichkeit.