Fachtag Kultur-Fundraising 2026

Am 29. Juni 2026 hat der Fachtag Kultur-Fundraising in Berlin stattgefunden. Rund 60 Personen aus verschiedenen Kultureinrichtungen kamen zusammen, um sich zum Thema “Resilienz und Zukunftsfähigkeit durch Fundraising” auszutauschen.

Das Thema des Fachtages griff die Situation vieler Kultureinrichtungen auf, dass die Förderung durch Projektmittel immer schwieriger wird und auch die strukturelle Förderung vieler Häuser wenig Spielraum bietet. Fundraising ist für viele Einrichtungen bereits jetzt eine wichtige Einnahmequelle und wird in Zukunft verstärkt nötig sein, um Ideen und Programme umzusetzen.

An guten Beispielen wurde vorgestellt, wie Kunst und Kultureinrichtungen ihr Fundraising aufstellen oder diversifizieren können, um erfolgreich zusätzliche Mittel einzuwerben. In Inputs und im Austausch miteinander wurden gute Strategien und der Aufbau von notwendigen Strukturen diskutiert.

Hier findet Ihr einige Impressionen des Tages:

Präsentationen und Teilnehmendenliste

Programm, 29. Juni 2026

Wiebke Doktor, Fachgruppe Kultur und Larissa Probst, Geschäftsführerin des Deutschen Fundraising Verbandes.

Carena Schlewitt, Intendantin HELLERAU – Europäische Zentrum der Künste in Dresden

Carena Schlewitt, geboren 1961 in Leipzig, ist Dramaturgin und Theaterleiterin. Sie studierte Theaterwissenschaften an der Humboldt
Universität Berlin, arbeitete an der Akademie der Künste in Ost-Berlin und war bei internationalen Produktionshäusern und Festivals als
Dramaturgin, Kuratorin und künstlerische Leiterin in Berlin, Düsseldorf und Basel tätig. Seit der Spielzeit 2018/2019 ist sie Intendantin von
HELLERAU – Europäische Zentrum der Künste in Dresden, das 2026 mit dem Theaterpreis des Bundes ausgezeichnet wurde.

Elisabeth Brunmayr, Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper

Bürgerschaftliches Engagement und Unternehmenssponsoring an Staatsopern
Vom Musiktheater-Neubau in Österreich zu einer neuen Staatsoper in Hamburg
Über Parallelen und Unterschiede in der Förderung der beiden Staatstheater
Die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper wurde durch ein bürgerschaftlichen Engagement vor über 60 Jahren gegründet. Sie fördert künstlerische Produktionen der Sparten Oper und Ballett mit jährlich rund 1 Mio. EUR und steuert, vorwiegend durch Spenden von Privatpersonen und anderen Stiftungen einen wichtigen Beitrag zum jährlichen Etat der Staatsoper in Hamburg bei. Während in Hamburg durch die Kühne-Stiftung ein neuer Opernbau bevorsteht, ging auch in Österreich die Initialzündung zu einem neuen Opernbau von dem Freundeskreis des Linzer Musiktheaters aus. Während der Bauzeit konnten namhafte österreichische Unternehmen als Bau-sponsoren gewonnen worden. Ein Impuls über Parallelen und Unterschiede in der Förderung der beiden Staatstheater.
Elisabeth Brunmayr, geb. in Linz (Österreich), studierte Geschichte und Führung internationales Kulturprojekte an der Sorbonne in Paris und an der Université Paris 8 St. Denis. Sie kehrte für die Europäische Kulturhauptstadt Linz 09 zurück in ihre Heimatstadt und hatte dort neben den Eröffnungsfeierlichkeiten und dem Theaterfestival das erste Mal mit Fundraising in Form von Unternehmenspatenschaften für ein Schulprojekt zu tun. Später arbeitete sie für das Bruckner Orchester Linz und das Landestheater, bevor sie die Sponsoring Abteilung für den Neubau des Musiktheaters Linz leitete. Nach ihrem Umzug nach Hamburg arbeitete sie in der Kulturbehörde, an der HfMT Hamburg und ist seit 2021 bei der Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper tätig als Referentin der Geschäftsführung tätig.

Dr. Eckhard Priller, Wissenschaftlicher Koordinator der Maecenata Stiftung, Antonia Lahmé, Stellvertretende Leitung Förderung und Programme, Programmentwicklung der Kulturstiftung des Bundes und Klaus Lederer, Mitglied der Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus von Berlin und ehemaliger Kultursenator von Berlin.

Antonia Lahmé ist Programmentwicklerin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Förderung & Programme in der Kulturstiftung des Bundes. Aufgewachsen in der Pfalz studierte sie Germanistik, Philosophie, Politikwissenschaft und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln und Paris. Für die Kulturstiftung konzipiert sie thematische Schwerpunkte und bundesweite Förderprogramme, in denen Teilhabe, Stadtentwicklung und „Dritte Orte“ eine zentrale Rolle spielen. Aktuell beschäftigt sie die Resilienz und Zukunftsarbeit von Kultureinrichtungen in Deutschland und Europa

jede Runde ca. 25 Minuten, 2 Wechsel

Volker Gaßner, Gründer der Campaigning Academy Berlin und Direktor Vier Pfoten Deutschland

Die Sprache von Politiker*innen bedient sich mehr und mehr der Wirkmächtigkeit von Politischem Framing. Alles wird geframt, bekommt eine Metapher und eine Geschichte. Menschen aus Parteien sprechen nicht einfach zu uns, sondern überlegen vorher genau, was wir hinterher denken sollen. Es werden mehr und mehr Grenzen von Fakten, Wahrheit und Moral überschritten. Es geht darum, die Deutungshoheit von gesellschaftlichen Themen zu erlangen. Nicht nur die Kommunikation von NGOs gerät dabei mehr und mehr unter Druck, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Organisationen selbst.

Volker Gaßner war über zehn Jahre lang Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und strategischen Kommunikation bei Greenpeace und ist Gründer der Campaigning Academy Berlin. Volker Gaßner ist Dozent am Mediencampus der Hochschule Darmstadt. Seit April 2024 ist er Direktor der Tierschutzorganisation Vier Pfoten Deutschland.

Julia Saurer, Community- und Kommunikationsmanagerin Deutscher Fundraising Verband e.V.

Was ist Kultur wert? – Pay-What-You-Want als Finanzierungsmodell
Was ist Kultur wert und was sind Menschen bereit, dafür zu zahlen? Kultureinrichtungen stehen vor wachsendem Finanzierungsdruck und gleichzeitig vor der Frage, wie sie Zugangsgerechtigkeit mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbinden können. Das Pay-What-You-Want-Modell bietet hier einen vielversprechenden Ansatz: Es übergibt den Preis in die Hände der Besucher*innen und nutzt dabei verhaltensökonomische Mechanismen wie Fairness, soziale Verantwortung und Werteidentifikation. In diesem Impulsvortrag werden das Konzept und die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten vorgestellt sowie Erfolgsfaktoren aus der Praxis von Nonprofit-Organisationen präsentiert. Was funktioniert gut, was weniger? Anhand konkreter Praxisfälle wird gezeigt, unter welchen Bedingungen Pay-What-You-Want für Kultureinrichtungen eine echte Option sein kann und was erfolgreiche Umsetzungen auszeichnet.

Medienpartner der Veranstaltung:

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