Informationen zum richtigen Spenden

Der Deutsche Fundraising Verband (DFRV) gibt gern kompetent und sachlich Auskunft über die Arbeit und Seriosität gemeinnütziger Spendenorganisationen. Unsere Mitglieder befürworten mit ihrer Mitgliedschaft die Grundregeln für eine gute, ethische Fundraising-Praxis sowie die Charta der Spenderrechte und engagieren sich für noch mehr Transparenz, Nachhaltigkeit und Seriosität auf dem deutschen Spendenmarkt. Folgende Tipps sollen es Ihnen erleichtern, ein geeignetes Hilfsprojekt auszuwählen. Grundlage hierfür ist die tägliche Fundraising-Praxis unserer Mitglieder.

1. Auswahl der Organisationen

In Deutschland arbeiten mehrere tausend Spenden sammelnde Hilfsorganisationen, da fällt einem Spender/ einer Spenderin die Auswahl des richtigen Spendenzweckes oft nicht leicht. Wir empfehlen, Arbeitsbereiche zu wählen, die einem besonders am Herzen liegen und sich zunächst auf wenige Organisationen zu beschränken. Informieren Sie sich über deren Projekte, prüfen Sie die Jahresberichte und orientieren Sie sich ggf. an vorhandenen Spendensiegeln. Auch Organisationen ohne Spendensiegel können vertrauenswürdig sein! Seriöse Hilfswerke informieren regelmäßig über ihre Arbeit und machen die Verwendung ihrer Spendengelder transparent. Für SpenderInnen, die ihr jährliches Spendenbudget „streuen“ möchten, ergibt sich so nach und nach eine Liste persönlich vertrauenswürdiger Einrichtungen und Organisationen.

2. Vorsicht bei emotionalem Druck

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzten – weder durch eine Spendenbitte per Post, noch durch einen „Werber“ auf der Straße oder an der Haustür. Ihre Spende ist freiwillig! Achten Sie dabei auch auf Ihr Bauchgefühl. Sollten Sie Bedenken haben, informieren Sie sich in Ruhe über die Arbeit der Organisation.

3. Dringlichkeit des Spendenaufrufs

Hinterfragen Sie Spendenaufrufe, die starke Emotionen wecken, aber wenige Informationen über die konkret geplanten Hilfsmaßnahmen bieten. Achten Sie darauf, dass dem Spendenaufruf genau zu entnehmen ist, wie und für wen die gesammelten Spenden eingesetzt werden sollen. Übereilen Sie nichts. Insbesondere die sogenannten Kettenmails im Internet haben meist einen unseriösen Hintergrund. Viele vertrauenswürdige Organisationen haben übrigens bereits für Notfälle vorgesorgt und können ihre Hilfe in Katastrophensituationen unabhängig vom ersten Spendeneingang starten. Ihre Spenden sorgen anschließend dafür, dass wichtige, längerfristige Maßnahmen finanziert und Katastrophenmittel wieder aufgefüllt werden können.

4. Spenden auf der Straße

Vor allem zur Weihnachtszeit verstärken viele Hilfsorganisationen Ihre Spendenwerbung auf der Straße. Achten Sie bei den sogenannten „Klingeldosen“ darauf, dass diese verplombt sind und fragen Sie bei Unklarheiten direkt nach Hintergrund und Zweck der Sammlung. Wenn Sie einen Antrag zur Zahlung eines monatlichen Förderbeitrags unterschreiben, achten Sie besonders auf Kündigungsfristen, denn diese müssen auf den Formularen vermerkt sein. Seriöse Organisationen gewähren jederzeit ein Widerrufsrecht, was zum Beispiel auf einem Coupon für eine Fördermitgliedschaft notiert ist. Bei Unklarheiten lassen Sie sich Informationsmaterial aushändigen und entscheiden Sie sich im Zweifelsfall später.

5. Geldspenden sind meist besser als Sachspenden

Geldspenden können von den Hilfsorganisationen in der Regel flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden. Sachgüter sollten nur dann gespendet werden, wenn seriöse Organisationen gezielt um diese bitten.

6. Zweckbindung der Spende

Wenn Ihre Spende einem ganz bestimmten Projekt zugute kommen soll, achten Sie darauf, dass bei Ihrer Überweisung neben der richtigen Kontoverbindung auch das vom jeweiligen Hilfswerk vorgegebene Stichwort als Verwendungszweck angegeben ist. Alternativ hierzu können Sie auch eine Spende ohne Verwendungszweck (sog. „freie Spende“) einer Einrichtung oder Organisation zukommen lassen. Diese Spende wird dann dort eingesetzt, wo sie am meisten benötigt wird. Auch hier geben seriöse Organisationen Auskunft, wofür „freie Spenden“ verwandt worden sind.

7. Erwarten Sie nicht, dass 100 Prozent Ihrer Spende im Projekt ankommen!

Für eine Organisation ist eine funktionierende Verwaltung ebenso unerlässlich, wie eine aktive Spenden- und Mitgliederwerbung. Dabei ist es je nach Organisation unterschiedlich, welcher Anteil der Einnahmen für den Verwaltungsaufwand  benötigt wird. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat zur besseren Einschätzung vier Kategorien geschaffen:

  • niedrig – unter 10 Prozent Werbe- und Verwaltungskosten
  • angemessen – 10 bis 20 Prozent
  • vertretbar – 20 bis 35 Prozent
  • unvertretbar hoch – 35 Prozent und mehr

Sein Spendensiegel vergibt das DZI an Organisationen, die einen Kostenanteil von maximal 35 Prozent aufweisen

 

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